Kaffenkahn e.V.
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Tauchcamps

2014

Dieses Jahr gibt es 2 "kleine" Tauchcamps, das erste vom 01.05. - 04.05. und das zweite vom 14.06. -18.06.
Der Bericht zum zweiten Tauchcamp ist unter "Aktuelles" zu finden

2013

ausgefallen

2012

ausgefallen

2011

Eintrag folgt

2010

Eintrag folgt

2009

Eintrag folgt

2008

Im Jahre 2008 führte unser Verein 2 archäologische Tauchcamps durch. Hauptziel war die Untersuchung eines Wracks und das entfernen der ca 1m starken Sedimentschicht im Heckbereich des Wracks. Hierzu wurde mit Hilfe eines von unsrem Verein eine Spülanlage, auch Airlift genannt, entwickelt und gebaut die es möglich machte in bis zu 27m Tiefe Sediment aus dem Wrack zu saugen. Vergleichbares ist uns in dieser Größenordung nur vom Bodensee bekannt. Archäologisch betreut vom Brandenburger Landesdenkmalamt konnten interessante Funde gesichert werden und es bot sich ein spannender Blick in die Binnenschiffart der Gründerzeit.

Einen Bericht:

Vorneweg mal eine - wie ich finde - beachtliche Feststellung:
In sieben Tagen haben ca. 20 Taucher/innen insgesamt über 130 (in Worten: einhundertdreissig) Tauchgänge absolviert!! Alle TG liefen ohne nennenswerte Zwischenfälle und "unfallfrei" ab. Ich stelle dieses insbesondere deswegen heraus, weil es sich hier nicht um "Fun-TG" handelte, sondern viele Taucher unter zum Teil widrigen Bedingungen komplexe UW-Arbeiten verrichtet haben.

Die Durchführung des Tauchcamps war auf diesem "Niveau" nur realisierbar, weil folgende Personen/Institutionen durch Sponsoring bzw. Bereitstellung von Infrastruktur/Logistik und wissenschaftlich-fachlicher Beratung einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet haben:
Kai Dietterle www.tauch-service.de : Entwicklung und Bereitstellung von Tauchtechnik insbesondere Air-Lift-Installation;
Matthias Schmidt www.steinschlaeger.de : Transportlogistik Material und Verbindung zu Medien/Presse und Wasserschifffahrtsamt;
Volkmar Ritter (Geschäftsführer Regionaler Förderverein) www.regionaler-foerderverein.de : Bereitstellung eines "Dienstfahrzeuges"/Pick-Up den wir für den Transport des Tauchequipments nutzen durften, sowie Finanzierung aller verwendeten Tauchgase (Luft/EANx) = "Hauptsponsor"
THW Ortsverband Eberswalde (insbesondere "Zugführer" Daniel Kurth) www.thw-eberswalde.de : Bereitstellung von großen Mannschaftszelten incl. Auf-und Abbau;
Gerd Knepel www.deguwa.org : Durchführung des NAS 2-Kurses sowie fachliche Beratung der UW-Arbeiten;
Dr. Veit Stürmer (Lehrender für Archäologie an der Humboldt-Universität zu Berlin und Präsident des VfUBB): wissenschaftlich-fachliche Beratung und Bereitstellung eines Tachymeters/Totalstation zur Vermessung von Wrackpositionen;
Dietgard Kühnholz (Archäologin und 1. Direktorin VfUBB): wissenschaftliche Fachaufsicht vor Ort; Fundklassifizierung, Dokumentation, Konservierung von Fundmaterial sowie Zeichenarbeit;
Daniela Greinert (archäologische Forschungstaucherin; Grafikerin): Zeichnung schiffbaulicher Merkmale uw und massstabsgetreue "Reinzeichnung" von Fundmaterial;
Andreas Schablowsky (archäologischer Forschungstaucher): fachliche Beratung UW-Arbeiten
Maik Riegel, unser "Verpflegungsbeauftragter" der uns alle Lebensmittel und Verbrauchsgüter zum "Selbstkostenpreis" täglich frisch angeliefert hat;
Wasserschifffahrtsamt Eberswalde: technische Unterstützung bzgl Georeferenzierung für die eingemessenen Tachymeterdaten.
Andreas Schildmann: Bereitsstellung seines Tauchbootes zur Beförderung der Taucher und Unterstützung beim Transport der Arbeitsplattform.
Auch hier hab ich hoffentlich niemanden vergessen...

Es konnte hinsichtlich unserer Projektarbeit erst richtig losgehen nachdem wir die "offizielle" Genehmigung vom Brandenburgischen Landesdenkmalamt in Gestalt einer sog. "erweiterten Nachforschungserlaubnis" schriftlich vorzuliegen hatten. Dieses war - wie an anderer Stelle schon dargestellt - erforderlich, da es sich ja bei den Werbellinsee-Wracks bekanntermaßen um Bodendenkmale im Sinne des Brandenburgischen Denkmalschutzgesetzes handelt.
Das unsere Arbeit bei den zuständigen Behörden auf ein großes Interesse gestossen ist, kann ich insbesondere an dem Umstand festmachen, dass das LDA immerhin mit drei Personen (dabei der führende Wissenschaftler für die Region Barnim) vor Ort war und sich ein Bild von der Umsetzung des Mandats gemacht hat.

Ebenso Kai´s Konzept zur Installation/Sicherung der erforderlichen Arbeitsplattform mitten auf einer Bundeswasserstrasse war durch das Wasserschifffahrtsamt nach "In-Augen-Scheinnahme" genehmigungsfähig!

Schwerpunkt unserer Aktivitäten war, die Prospektion und Vermessung der Wracks um "Kap Horn". Dieses haben wir sozusagen auf vielschichtige Art umsetzen können:
1. Einmessung der Wrackpositionen mittels eines Tachymeters (sehr exaktes Verfahren)
2. Vermessung der Wracks mittels Trilateration
3. Vermessung der Wracks mittels Offset-Messung
4. Zeichnung schiffbaulicher Einzelmerkmale uw
5. Dokumentation mittels Foto- und Videografie.

Viele dieser Verfahrensanwendungen wurden nach Einweisung/Anleitung vom Kursleiter der DEGUWA, Gerd Knepel (archäologischer Forschungstaucher) durch die Kursteilnehmer umgesetzt. Der NAS-Fortbildungskurs http://www.nauticalarchaeologysociety.org/ hat in diesem Fall auch die Besonderheit, dass die Arbeitsergebnisse (in Gestalt eines Prospektionsberichtes) nicht nur dem Nachweis des Gelernten dienen, sondern auch tatsächlich als Ergebnisdokumentation dem Landesdenkmalamt zur Verfügung gestellt werden! Damit haben alle Kursteilnehmer also ein reales wissenschaftliches uw-archäologisches Projekt unterstützt!

Ablauforganisation:
Abendlich fand in unserer "OPZ" der sog. LVU (Lagevortrag zur Unterrichtung) statt, in dem die "Hauptverantwortlichen" nach Auswertung der tagsüber erfolgten Arbeiten die Tauchgangsplanung des kommenden Tages festlegten. PC-gestützt wurde dann ein Tauchereinsatzplan erstellt, der für die Teilnehmer des Camps im Mannschaftszelt am Flip-chart einsehbar war. So konnte jeder Teilnehmer lesen, wann und wo er eingesetzt wird. Natürlich ging es nicht nur um Taucherarbeiten - es waren vielerlei Jobs zu besetzen, die für den ordnungsgemäßen Ablauf des "Ganzen" notwendig und wichtig waren: Bootsführer (Schlauchboot), fachliche Besetzung des Tachymeters; "VIP"-Betreung (Medienvertreter und Behördenbeauftragte); Besetzung der Arbeitsplattform (Sichtung von Funden am Air-Lift-Sieb); Fülllogistik Tauchgase uvm.
Die Koch- und Küchendienste haben auch immer hervorragend funktioniert... die Betreuung der "kleinsten" Campteilnehmer (wenige Monate bis fast 2 Jahre alt) konnten wir teilweise an Kai´s Hündin "Betty" delegieren

Öffentlichkeitsarbeit:
Uns war/ist es natürlich besonders wichtig, dass wir die Öffentlichkeit über unsere Aktivitäten informieren und insbesondere unser "Hauptanliegen", den nachhaltig-schonenden Umgang mit unseren schützenswerten Bodendenkmälern "weitertransportieren".
Bislang können wir ein breitangelegtes Interesse an unserer Arbeit feststellen: so erschien gestern ein Bericht in der Märkischen Oderzeitung www.moz.de >> Eberswalde und am kommenden Freitag wird es einen Kurzbericht auf "Eberswalde-TV" geben.
Einen ganzen Tag wurden wir von einem Fernsehteam des RBB begleitet, welches auch Gelegenheit erhielt, den führenden Archäologen des LDA (Dr. Krauskopf) zu interviewen. Ich werde den Sendetermin hier bekanntgeben, sobald dieser feststeht.

Fazit aus meiner Sicht: Ich bin schon ein bissl stolz, was wir in dieser gemeinsamen Woche auf die Beine gestellt haben Natürlich ging nicht immer alles glatt (organisatorisch) und es gab reichlich zeitliche Verzögerungen aufgrund kleiner technischer Pannen die Kai aber immer in den Griff gekriegt hat. Nunja, ich war auch erstmals mit der Lage konfrontiert über 20 Taucher/innen zu organisieren und sinnvoll und aufgabenorientiert zu beschäftigen


Hellmut Menzel (Projektleiter VfUBB und Koordinator Ablauforganisation)